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29.04.2021
SOUNDSEEING: Klanginstallationen "global drifting" und "lost waves" in Bocholt ab 1.5.2021

SOUNDSEEING – das münsterlandweite Klangkunstfestival

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Mit ihren ortsbezogenen Klanginstallationen belebt die Künstlerin Frauke Eckhardt ab dem 1. Mai das Außengelände des kubaai und die Weberei des LWL-Industriemuseums TextilWerk in Bocholt. Die interaktive Klanginstallation „global drifting“ im Park des kubaai ist ohne Anmeldung frei zugänglich, während die Soundinstallation „lost waves“ in der Weberei zurzeit aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen ist. Über die aktuellen Voraussetzungen für einen Museumsbesuch können Sie sich auf der Projekt-Website www.soundseeing.net informieren!

Mit drei Containern bespielt die Arbeit global drifting den Park des kubaai-Quartiers entlang des Verlaufs der Aa. Die lose aufgereihten Container wecken Assoziationen von Schwemmgut und sind erst auf den zweiten Blick als künstlerische Intervention erkennbar. Lösen Passant*innen die an den Containern installierten Sensoren aus, geben sie die mitgebrachten, inneren Klänge über die jeweiligen Außenwände preis.

Die Klänge basieren auf Soundscapes, also den Klanglandschaften verschiedener Orte der globalen Textilproduktion. Frauke Eckhardt erklärt ihre Entstehung: „Aus den diversen Bereichen der Produktion und Anwendung werden akustische Atmosphären generiert, ebenso aus unwirtlichen Orten, die erst der Mensch mit der Entwicklung textiler Schutzschichten erschlossen hat.“ Die Künstlerin verdichtet all diese Klänge in global drifting und transponiert sie in den urbanen Raum. Es entsteht ein akustisches Gewebe von Raum und Zeit.

Die interaktive Klanginstallation lost waves in der Weberei erinnert an die besondere Geschichte der Weber. Nicht wenige von ihnen erlitten im Verlauf ihres Berufslebens eine ausgeprägte Schwerhörigkeit und damit zunehmende Isolation. In der Weberei des Textilmuseums werden den Besucherinnen und Besuchern regelmäßig die alten Webmaschinen in Funktion vorgeführt. Mit ihren ohrenbetäubenden Klängen füllen sie den Saal und lassen den akustischen Arbeitsalltag der Weber lebendig werden.

Die acht-kanalige Komposition von lost waves bespielt den hölzernen Dachstuhl des Webereisaals mit leisen hohen Klängen. „Die Installation bezieht sich auf die stillen Phasen zwischen den tosenden Präsentationen der alten Maschinen“, beschreibt Frauke Eckhardt ihre Gedanken zu lost waves. „Neben einzelnen Klangereignissen inszenieren klangliche Wanderungen, Verwebungen und vielschichtige Klangflächen ein Nachklingen durch das lichte Weiß des Dachstuhls.“ Mittels sensorbetriebener, verborgener Steuerung werden die Besucher*innen Teil dieser Installation.

Beide Klanginstallationen sind mit Distanzsensoren und Bewegungsmeldern ausgestattet und können somit auch unter coronabedingten Einschränkungen interaktiv ausgelöst werden.