Dozent*innenliste

Prof. Céline Rudolph
Gesang
Céline Rudolph, Professorin für Jazzgesang in Dresden, ist eine Meisterin der Stimmungen: Sie versteht es, mit der Poesie des Augenblicks zu spielen und mit Klängen umzugehen wie ein Maler mit Farben. Dabei singt sie in verschiedenen (auch erfundenen) Sprachen und improvisiert auch über Grooves und Gefühle. "Diese Stimme scheint ganz und gar körperlos existieren zu können.
Sie schwebt über den Holzfarben und -klängen, und manchmal lässt sie sich darauf nieder. Dann ähnelt sie einem kostbaren Service auf dem zum Liebesmahl gedeckten Tisch." Und Actualité Culturelle aus Madagaskar weiß: "Céline Rudolph singt, wie wenn man liebt oder traurig ist. Bei vollkommener Genauigkeit haucht sie allem den Atem der Leidenschaft, des Humors, des Lebens ein." 
Angeregt von Gilberto Gils Album "Oslodum", wandte sich Céline Rudolph vor einigen Jahren an den legendären Rodolfo Stroeter, der nicht nur Gilberto Gil, Joyce, Caetano Veloso, Nana Vasconcelos oder Milton Nascimento produziert hat, sondern auch für Improvisation und Jazz ein waches Ohr besitzt. Stroeter gefielen Célines Sound und Energie auf Anhieb, und sie begannen zusammen an einem brasilianisch inspirierten Album zu arbeiten, das einfach "simple and beautiful" sein sollte. Das Ergebnis ist das in Sao Paulo aufgenommene und 2007 erschienene Album "Brazaventure". Trompetenstar Till Brönner nannte es „ein sensationell schönes Album, poetisch und voller satter Grooves. Herausragend produziert! Céline Rudolphs Stimme hat die Kraft zu verzaubern und zu verführen. Vorsicht: Macht süchtig!“ 


Seit dem Erscheinen von „Brazaventure“ ist Céline u. a. mit Pau Brasil in Sao Paulo aufgetreten und hat ihr Projekt „Lisboa-Maputo-Berlin“ vorgestellt – mit Konzerten in Portugal, Mozambique und Deutschland. „In meiner Musik stecken verschiedene Kulturen“, sagt Céline, „französisches Chanson, amerikanischer und europäischer Jazz, brasilianische Musik, west- und südafrikanische Musik, Kammermusik und Pop.“ 

Diesen universalen Stil unterstreicht auch das Album „Metamorflores“ – ein Kunstwort aus „metamorphosis“, „amor“ und „flores“. Neben fünf eigenen Liedern präsentiert Céline hier auch Melodien bekannter brasilianischer Künstler (Gilberto Gil, Baden Powell, Lenine) sowie zwei Beatles-Songs – und sie lässt sie alle nach ihren sanften Rhythmen und Klängen tanzen. Céline sagt: „Metamorflores steht für die Leichtigkeit des Lebens“ – und offenbar auch für die Leichtigkeit in Célines Musik. Ihre Songs schweben schwerelos zwischen den Kontinenten – und haben mit Toninho Ferraguttis wundervollem Akkordeon und Nano Vasconcelos’ Perkussionskunst auch einiges an instrumentalen Freuden zu bieten. „You are really fun!“ Dem Urteil von Bobby McFerrin schließt man sich gerne an. Im neuen Projekt „Obsession“ spielt sie im Duo mit Lionel Loueke, nicht allein Herbie Hancocks Lieblingsgitarrist. Gemeinsam veröffentlichten sie 2018 ein Album und tourten in Europa, Asien und Afrika. Für „Obsession“ wurde Céline Rudolph mit dem Echo Jazz ausgezeichnet und landete auf der Jahrespreisliste des Deutschen Schallplattenpreises neben Coltrane und den Berliner Philharmonikern. 2019 steht im Zeichen von „Pearls“ - kompositorische Perlen, die sie mit New Yorker Musikern Lionel Loueke, Leo Genovese, Burniss Travis und Jamire Williams in Brooklyn aufgenommen hat.