Interkultur Diversität Empowerment (IN.DI.E Musik)

Hier finden Sie unsere Workshops:

https://landesmusikakademie-seminare.de/seminartermine/kategorien/musik-und-kulturelle-vielfalt/

Ansprechpartner:

Matthias Witt
matthias.witt@lma-nrw.de

Tel.:01633378833

Ayham Nabuti
ayham.nabuti@lma-nrw.de

Tel.: 015759182649

Das Projekt IN.DI.E Musik steht für Interkultur, Diversität und Empowerment. Angeboten werden musikpädagogische Multiplikatorenschulungen sowie Beratungen und Netzwerkarbeit für Musiker*innen mit diversen Hintergründen sowie Menschen aus diesem Arbeitsumfeld. Es wird gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW und getragen durch die Landesmusikakademie NRW.

Hier finden Sie einen Einblick in unsere Arbeit (letztes Jahr noch unter dem Titel "Musik & Integration"):

https://www.youtube.com/results?search_query=musik+%26+integration

IN.DI.E Musik – Wofür steht das?

IN: Interkultur, Inklusion, Integration – das sind die Schwerpunkte, aus denen sich unser Projekt entwickelt hat (siehe Geschichte des Projekts). Sie bilden auch den Blickwinkel, mit dem wir Diversität betrachten und bearbeiten. Wir gehen diese Arbeitsfelder mit einem weiteren IN-Wort an – der Innovation, in Form von neuen, kreativen Fortbildungs- und Beratungsformaten, die sich nach aktuellen Bedarfen richten.

DI: Das Wort „Diversität“ meint alle aktuellen sozialen „Baustellen“ der Vielfalt in unserer Gesellschaft. Damit sind meistens gemeint: Gender (Geschlecht), Alter, Menschen mit Beeinträchtigungen (Inklusion), sexuelle Orientierung/Identität und ethnische/kulturelle Herkunft (Migration/Integration/Interkultur/ Transkultur).

E: Empowerment kommt aus dem Englischen und steht im weitesten Sinne für „Hilfe zur Selbsthilfe“. Das erreichen wir in unseren Fortbildungen zum Beispiel mit Multiplikatoren-Schulungen und langfristiger Beratung der Alumni. Dabei stehen Hilfestellungen und Methoden im Vordergrund, die unseren vielfältigen Teilnehmenden helfen, selbstständig aktiv und kreativ zu werden.

Musik: Die Musik bietet die großartige Möglichkeit, Menschen miteinander zu verbinden durch gemeinsames Tun, Hören, Erleben und Fühlen. Sie kann sogar als Sprache funktionieren und Brücken bauen zwischen Menschen, die völlig unterschiedlich sind – aus allen Bereichen der Diversität. Gleichzeitig kann die Musik auch Menschen helfen, in einem neuen Umfeld Kontakte zu finden, Gefühle zu verarbeiten und anzukommen. Für das Projekt IN.DI.E Musik ist sie nicht nur Kunstform, sondern Instrument, Stimme und Weg in eine vielfältige, offene Gesellschaft, die die Stärken der Menschen erkennt, unterstützt und weiterentwickelt.

Wer sind wir?

Matthias Witt machte 2012 seinen Zweifach-Bachelor in Geschichte und Kultur- und Sozial-anthropologie an der Universität Münster. Dem schloss er 2016 einen Master in Neuerer Geschichte an der Universität Düsseldorf an. Als Amateurmusiker (E-Bass, Kontrabass u.a.) spielt er in mehreren Ensembles und engagiert sich im Bereich internationaler musikalischer Jugendarbeit. Nach dem Studium war er als wissenschaftliche Hilfskraft an der Uniklinik Düsseldorf im Bereich Musikermedizin tätig. Seit April 2017 ist Matthias Witt für die Landesmusikakademie NRW als Fortbildungsreferent für den Projektbereich Musik & Integration/Flüchtlingsarbeit, jetzt IN.DI.E Musik, tätig. Darüber hinaus betreut er den Zertifikatslehrgang Musikpädagogik für Musiker*innen verschiedener Kulturen sowie die (internationale) Netzwerkarbeit der Akademie.

Ayham Nabuti schloss im Jahr 2005 sein Studium in Damaskus an der Nabuti Method Musikschule für musikalische Früherziehung (Kinder zwischen 2 und 7 Jahren) ab und absolvierte 2011 seinen Bachelor an der Syrian Virtual University im Bereich Informationstechnologie. Er war in Damaskus an Musik-schulen als Musiklehrer für klassische Gitarre für Jugendliche und Erwachsene tätig. Zwischen 2011 und 2015 arbeitete er in Ägypten als Musiklehrer in einer Amerikanischen Schule (St. Joseph International School). Ende 2015 kam er nach Deutschland und lebt seitdem in Bonn, wo er 2016 für eine Tele-kommunikationsfirma arbeitete. Zwischen 2017 und 2020 bot er mehrfach Musikworkshops für Kinder (Interkultureller Kinder-Treff) und Erwachsene an. Im Jahr 2018/19 absolvierte er den Zertifikatslehrgang Musikpädagogik für Musiker*innen verschiedener Kulturen an der Landesmusikakademie NRW. 2019 nahm er erfolgreich am Programm IQ Netzwerk OnTop an der TH Köln im Bereich Soziale Arbeit teil. Im März 2020 bewarb er sich an der Landesmusikakademie NRW auf eine Stelle im Projekt Musik und Integration und arbeitet seitdem mit Matthias Witt zusammen. Seit Januar 2021 leiten sie gemeinsam das Projekt IN.DI.E Musik.

Geschichte des Projekts

Dem Projekt IN.DI.E Musik ging eine Reihe unterschiedlicher Entwicklungsphasen voraus. 2015  bis 2017 entstanden in NRW zahlreiche künstlerisch-kulturelle Projekte, die dabei halfen, Geflüchtete in NRW ankommen zu lassen. Einige der Projekte wurden durch Fördermittel zu „Flucht & Integration“ vom Landesmusikrat NRW gefördert. Aus den Projektberichten ging hervor, dass es für die Arbeit in den Projekten sowohl Qualifizierungs- als auch Entlastungsbedarf gab. Aus diesem Grund berief die Landesmusikakademie NRW im April 2017 Matthias Witt zum Fortbildungsreferenten, um diese Bedarfe mit gezielten neuen Fortbildungsformaten zu unterstützen. Gefördert vom Kulturministerium NRW, war die Projektarbeit dafür gedacht, den Bereich der „Willkommensprojekte“ zu unterstützen. Im Fokus standen in den Jahren 2017/2018 u.a. Themen wie „Traumasensibles Musizieren“, Community Music und Formate zum Erfahrungsaustausch und zur Vernetzung (Expert Meetings zu Künsten und sozialer Inklusion).

Es zeigte sich allerdings sehr schnell, dass das Projekt an die sich rasch ändernden Bedürfnisse angepasst werden musste – so wurden aus Projekten für Geflüchtete zunehmend Projekte mit und schließlich auch von Geflüchteten. Dies zeigte sich auch in der regen und selbstverständlichen Teilnahme Geflüchteter an Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildungen. Durch diese aktive Mitwirkung in Fortbildungen entstanden wertvolle Synergien zwischen den sehr heterogen zusammengesetzten Gruppen aus Teilnehmenden: neue Projekte, Kooperationen, Erfahrungs-austausch, aber auch teilweise erste Arbeitsplätze für Musiker*innen mit Fluchterfahrung.

Die Fortbildungen wurden ab 2018 vor allem unter dem Gesichtspunkt der Teilhabe und Inklusion weiterentwickelt. In diesem Geist wurde 2018 auch der Zertifikatslehrgang Musikpädagogik für Musiker*innen verschiedener Kulturen ins Leben gerufen. Durch diesen Lehrgang veränderten sich auch die Fortbildungen, da fortan Alumni des Lehrgangs den Kreis der Teilnehmenden an den Fortbildungen im Bereich Musik & Integration erweiterten. Aus dieser Teilnehmergruppe ergaben sich weitere Fortbildungsbedarfe, aber auch die Nachfrage nach weiterer Vernetzung über den Lehrgang hinaus. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, floss ab 2020 die Expertise von Ayham Nabuti in die Arbeit des Projekts mit ein, der neben der Unterstützung der Fortbildungsarbeit auch die Netzwerkarbeit zu den Alumni intensivierte. 2021 wurde für die Arbeit im Bereich Musik & Integration schließlich der heutige Projektname „IN.DI.E Musik“ gefunden.